WebinNight 1: Entwicklung und Pathologie von Myopie

Mittwoch 4. November 2020 ab 19.30 Uhr bis ca. 21.00 Uhr

Referenten

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Welche Konsequenzen hat die Myopie für das Auge

Leitende Ärztin am Universitätsspital Basel den Bereich Kinderaugenheilkunde

Professor Dr. med. Anja Palmowski-Wolfe verantwortet als leitende Ärztin am Universitätsspital Basel den Bereich Kinderaugenheilkunde, Neuro-Ophthalmologie und Strabismus (Schielen).

Sie leitet die interdisziplinäre Spezialsprechstunde «Myopie» in der sich Augenärzte, Orthoptisten, Augenoptiker und Optometristen unter fortlaufender Berücksichtigung neuester Erkenntnisse zur Vorsorge und Behandlung der Kurzsichtigkeit widmen.

Prof. Palmowski-Wolfe studierte 1983-89 Humanmedizin an der Justus-Liebig- Universität Giessen, D, mit Studien und Forschungsaufenthalten in Australien (University of Adelaide), den USA (Harvard) und Grossbritannien (Dundee).

Die Facharztausbildung erfolgte in der Neurologie (1990-91, Universitätsklinik Würzburg) und 1991-1995 an der Augenklinik Homburg, Universität des Saarlandes.

1995-97 schloss sich ein Forschungsaufenthalt und ein Fellowship in San Francisco in Kinderaugenheilkunde, Strabismus, Neuroophthalmologie und Elektrophysiologie, finanziert über ein Stipendium der DFG, an.

Welche Konsequenzen hat die Myopie für das Auge

2050 wird voraussichtlich die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein. In letzter Zeit haben wir durch Myopie-Forschung viel über die Myopie-Entstehung und die Möglichkeiten die Myopie-Progression zu hemmen gelernt. Hierzu gibt es nun sogar schon Richlinien des International Myopia Institutes (2019). Warum ist das so wichtig? Bietet nicht eine gewisse Myopie den Vorteil auch später noch ohne Brille lesen zu können?

Die Dringlichkeit ergibt sich aus den Spätfolgen der Myopie auf das Auge. In diesem Beitrag werden diese Konsequenzen aufgezeigt:

Bereits ab einer Myopie von -1 dpt steigt das Risiko an einer Linsentrübung oder einem Glaukom zu erkranken mit zunehmender Myopie an. Ab einer Myopie von -3 dpt steigt das Risiko einer Netzhautablösung oder der myopen Maculadegeneration sprunghaft an. Ab einer Kurzsichtigkeit von -6 dpt oder einer Achsenlänge von über 26 mm besteht ab dem 60 Lebensjahr ein deutlich höheres Risiko auch mit bester Korrektur keine Lesefähigkeit mehr zu erreichen. Bei noch höheren Myopien bzw Achsenlängen verlagert sich dieses Risiko in die jüngeren Lebensjahre.

Portrait AHartwig
Emmetropisierung, Folgen und Optimierungsoptionen

Augenoptiker und promovierter Optometrist mit Forschungszentrum in Deutschland.
Lehrbeauftragter am ZVA-Bildungszentrum und an der Aston University, Birmingham

Dr. Andreas Hartwig ist ein in Deutschland ausgebildeter Augenoptiker mit internationalen Erfahrungen im Bereich der Forschung und der klinischen Anwendung.
Nach dem Studienabschluss als Diplom Ingenieur (FH) für Augenoptik sammelte er Praxiserfahrungen an internationalen Einrichtungen. Anschließend promovierte er an der University of Manchester, Großbritannien und befasste sich in dieser Zeit mit der Entwicklung der Myopie.
Im Anschluss daran arbeitete Dr. Hartwig als Manager für klinische Studien bei einem internationalen Kontaktlinsenhersteller.
Er publiziert verschiedene Artikel in Fachzeitschriften und präsentiert Forschungsergebnisse auf internationalen Kongressen. Derzeit betreibt er ein Forschungszentrum und arbeitet als Optometrist. Die Handwerkskammer Lübeck ernannte ihn zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständiger für das Augenoptikhandwerk. An der Aston University, Birmingham und am ZVA-Bildungszentrum in Knechtsteden ist er als Lehrbeauftragter tätig.

 

Die Prozesse der Emmetropisierung führen idealerweise zu einem minimalen Refraktionsdefizit. Veränderungen in diesem Ablauf stellen somit die Grundlage für die Entwicklung der progressiven Myopie, die zu pathologischen Konsequenzen führen kann, dar. Klinische Studien an Tieren deuten darauf hin, dass es sich bei der Emmetropisierung um einen aktiven Prozess handelt. Im Ergebnis kommt es zu einem emmetropen oder einem ametropen Auge. Bei genauer Betrachtung erlaubt diese Tatsache allerdings auch die Beeinflussung des Verlaufs der Emmetropisierung mittels optischer Maßnahmen. Damit eröffnet sich die Option bei der Entwicklung einer Myopie optisch in den Prozess einzugreifen, um die Progression der Myopie zu reduzieren. Nur dank der aktiven Emmetropisierung können wir beispielsweise Orthokeratologie-Kontaktlinsen oder Antimyopie-Kontaktlinsen anwenden, um potentielle okuläre Pathologien, die durch eine Myopisierung bedingt sind, abzuwenden.

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Warum macht Lesen kurzsichtig - ungeeignete Akkommodation oder ungeeignete Bildinhalte?

Head of the Section of Neurobiology of the Eye am Institute for Ophthalmic Research in Tübingen (D)

Gastprofessur für Myopieforschung am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie (IOB) in Basel, Schweiz

 

Komplette Bio, Auszeichnungen und Arbeiten sind zu finden unter:

http://www.eye-tuebingen.de/schaeffel/

Warum macht Lesen kurzsichtig – ungeeignete Akkommodation oder ungeeignete Bildinhalte?

In der Geschichte der Myopieforschung gab es mindestens vier verschiedene Erklärungen für den Zusammenhang von Lesen und Myopie – (1) zuviel Akkommodation (2) Naharbeit-induzierte transiente Myopie (NITM) wegen andauerndem erhöhten Akkommodationstonus (3) zu wenig Akkommodation (“lag of accommodation”) und, neu (4) ungeeignete Reizung der Netzhaut beim Lesen von dunklen Buchstaben auf hellem Hintergrund. Theorien und experimentelle Ergebnisse werden vorgestellt.

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