WebinNight 4: Update von Therapieoptionen

Montag 30. November 2020 ab 19.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr

Referenten

Jessica Gruhl
Aktuelles zum Myopiemanagement mit Kontaktlinsen

Augenoptikermeisterin/ staatlich geprüfte Augenoptikerin und Optometristin (ZVA),

Avermann Contactlinsen, Dortmund

Kontaktlinsenspezialistin, Avermann Contactlinsen, Dortmund

Schwerpunktmäßig Anpassung von Kontaktlinsen im Rahmen der Myopiekontrolle und Kontaktlinsenanpassung bei Keratokonus

Studentin im berufsbegleitenden Masterstudiengang M.Sc. Vision Science and Business (Optometry) Hochschule Aalen

2019 Prüfung zur Optometristin (ZVA)

03/2017 – 01/2019 staatlich geprüfte Augenoptikerin und Augenoptikermeisterin HFK Köln

Die Möglichkeiten, mit optischen Hilfsmitteln eine Zunahme der Myopie zu verlangsamen rücken immer stärker in das Bewusstsein von Eltern kurzsichtiger Kinder. Multifokal- und Orthokeratologiekontaktlinsen zum Ausgleich eines peripheren hyperopen Defokus stellen eine effektive Therapiemaßnahme zur Verlangsamung der Myopieprogression dar.

Diese Präsentation stellt verschiedene Kontaktlinsendesigns als einen Ansatz, die Myopieprogression zu hemmen vor und zeigt die Implementierung des Myopiemanagements in die tägliche Praxis eines Kontaktlinseninstitutes.  Weiter  gibt es einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zur Wirksamkeit und Sicherheit der Versorgung von Kindern mit Kontaktlinsen im Rahmen der Myopiekontrolle.

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Atropintherapie in der klinischen Routine

Leitende Optometristin (B.sc.) im MVZ Breyer, Kaymak & Klabe Netzhautzentrum Oberkassel, Düsseldorf

Svenja Nienhaus ist die Medizinische Privatassistentin von Herrn Dr. Hakan Kaymak für den Bereich Netzhaut-, Makula- und Glaskörperchirurgie. 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungseinrichtung für Internationale Innovative Ophthalmochirurgie (I.I.O.), Düsseldorf.

Hintergrund: Niedrig dosiertes Atropin zur Hemmung der Myopieprogression ist Gegenstand einer Vielzahl systematischer klinischer Studien. Diese werden und wurden unter kontrollierten Bedingungen und in ausgewählten Patientenkollektiven durchgeführt. Die daraus empfohlene Atropindosis beträgt 0,01%, da bei dieser Konzentration eine Hemmung der Myopieprogression bei tolerablen Nebenwirkungen und ohne Rebound gezeigt werden konnte. Es gibt aber keine längerfristigen Erfahrungen zur Effizienz dieser Atropintherapie in der alltäglichen klinischen Praxis.
Methodik: Es wurden retrospektiv die Daten von 90 Kindern analysiert, welche die Tropftherapie mit 0,01%igem Atropin über einen Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt haben. Diese waren zu Therapiebeginn 10,1 ± 2,7 Jahre alt mit einer Refraktion von -4,2 ± 3,0 dpt und einer Achslänge von 24,8 ± 1,3 mm. Vorgabe war an 5 Tagen die Woche abends vor dem Zubettgehen jeweils einen Tropfen in beide Augen zu geben. Die Kinder der Kontrollgruppe (n=100) waren zu Beginn der Beobachtung 11,2 ± 3,0 Jahre alt und wiesen eine Refraktion von -2,9 ± 1,8 dpt und eine Achslänge von 24,4 ± 1,0 mm auf. Untergruppen wurden abhängig von der Refraktion und dem Alter zu Beginn der Therapie bzw. der Beobachtung gebildet und miteinander verglichen.
Zusätzlich wurde die Therapieadhärenz von 45 Kindern, die die Atropintherapie bereits 24 Monate durchgeführt haben, hinsichtlich wahrgenommener Termine und bestellten Atropin-Einzeldosen ausgewertet.
Ergebnisse: Zwischen den beiden oben genannten Gruppen konnte keine signifikant unterschiedliche Achslängenentwicklung unter Atropintherapie beobachtet werden. Da sich die beiden Gruppen allerdings in allen genannten Punkten unterschieden, ist ein ungefilterter Vergleich der vorhandenen Daten nicht aussagekräftig. Die Sub-Analyse mit nur denjenigen Kindern, die zu Beginn mind. 11 Jahre alt waren, lieferte für den 12-monatigen Beobachtungszeitraum eine signifikant geringere Achslängenzunahme in der Gruppe der behandelten Kinder (p<0,05).
Nur 36% der Kinder nahmen alle der halbjährlich angesetzten Kontrollterminen wahr. 73% der Kinder erschienen zur ersten Kontrollvisite nach 6 Monaten, noch 69% zur 12-Monatsvisite und 56% zur 18-Monatsvisite. Die Anzahl der durchschnittlich bestellten Atropin-Einzeldosen lag unter der rechnerisch benötigten Anzahl an benötigten Einzeldosen. Es gibt keine Korrelation zwischen der Anzahl bestellter Einzeldosen und Achslängenwachstum.
Schlussfolgerung: Bei durch Umweltfaktoren induzierter Myopie („Schulmyopie“) kann Atropin die Achslängenzunahme hemmen. Bei Kindern, die bereits in jungen Jahren stark myop sind und bei denen daher nicht von einer durch Umweltfaktoren entstandenen Myopie ausgegangen werden kann, bleibt die hemmende Wirkung der Atropintropfen auf die Myopieentwicklung fraglich.
Bzgl. der Differenz zwischen bestellter und benötigter Anzahl der Atropin-Einmaldosen, liegt neben dem Nicht-Einhalten des empfohlenen Therapieschemas auch die Vermutung nahe, dass die Dosierbehälter über mehrere Tage verwendet werden, da sie deutlich mehr als nur einen Tropfen fassen. Weitere Gründe für die Differenz zwischen bestellter und benötigter Anzahl der Atropin-Einmaldosen sollen in Zukunft mittels Fragebögen eruiert werden.
In der Real-Life Atropintherapie bei Kindern aus westeuropäischem Umfeld ist das bisher klinischen Studien gefundene Dosis- und Therapieschema möglicherweise nicht ohne Weiteres wirksam. Neben der sorgfältigen Auswahl geeigneter Kinder müssen Mittel und Wege gefunden werden, die Adhärenz dieser jungen Patienten zu verbessern, um die Atropintherapie für die Praxis anwendbar zu machen.

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Atropintherapie in der klinischen Routine

Augenarzt, Augenchirurg und leitender Operateur der Breyer, Kaymak & Klabe Augenchirurgie für den Bereich Netzhaut-, Makula- und Glaskörperchirurgie.

Leiter des MVZ Breyer, Kaymak & Klabe Netzhautzentrum Oberkassel, Düsseldorf

 Dozent an der Universitätsaugenklinik des Saarlandes, Homburg

CEO, TRIALCARE® Research, Germany

Gründungsmitglied des International Vision Correction Research Center Networks (IVCRC.net) der Universitäts-Augenklinik Heidelberg

Kooperation mit Prof. Dr. F. Schaeffel, Institute for Ophthalmic Research – Universität Tübingen

Hintergrund: Niedrig dosiertes Atropin zur Hemmung der Myopieprogression ist Gegenstand einer Vielzahl systematischer klinischer Studien. Diese werden und wurden unter kontrollierten Bedingungen und in ausgewählten Patientenkollektiven durchgeführt. Die daraus empfohlene Atropindosis beträgt 0,01%, da bei dieser Konzentration eine Hemmung der Myopieprogression bei tolerablen Nebenwirkungen und ohne Rebound gezeigt werden konnte. Es gibt aber keine längerfristigen Erfahrungen zur Effizienz dieser Atropintherapie in der alltäglichen klinischen Praxis.
Methodik: Es wurden retrospektiv die Daten von 90 Kindern analysiert, welche die Tropftherapie mit 0,01%igem Atropin über einen Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt haben. Diese waren zu Therapiebeginn 10,1 ± 2,7 Jahre alt mit einer Refraktion von -4,2 ± 3,0 dpt und einer Achslänge von 24,8 ± 1,3 mm. Vorgabe war an 5 Tagen die Woche abends vor dem Zubettgehen jeweils einen Tropfen in beide Augen zu geben. Die Kinder der Kontrollgruppe (n=100) waren zu Beginn der Beobachtung 11,2 ± 3,0 Jahre alt und wiesen eine Refraktion von -2,9 ± 1,8 dpt und eine Achslänge von 24,4 ± 1,0 mm auf. Untergruppen wurden abhängig von der Refraktion und dem Alter zu Beginn der Therapie bzw. der Beobachtung gebildet und miteinander verglichen.
Zusätzlich wurde die Therapieadhärenz von 45 Kindern, die die Atropintherapie bereits 24 Monate durchgeführt haben, hinsichtlich wahrgenommener Termine und bestellten Atropin-Einzeldosen ausgewertet.
Ergebnisse: Zwischen den beiden oben genannten Gruppen konnte keine signifikant unterschiedliche Achslängenentwicklung unter Atropintherapie beobachtet werden. Da sich die beiden Gruppen allerdings in allen genannten Punkten unterschieden, ist ein ungefilterter Vergleich der vorhandenen Daten nicht aussagekräftig. Die Sub-Analyse mit nur denjenigen Kindern, die zu Beginn mind. 11 Jahre alt waren, lieferte für den 12-monatigen Beobachtungszeitraum eine signifikant geringere Achslängenzunahme in der Gruppe der behandelten Kinder (p<0,05).
Nur 36% der Kinder nahmen alle der halbjährlich angesetzten Kontrollterminen wahr. 73% der Kinder erschienen zur ersten Kontrollvisite nach 6 Monaten, noch 69% zur 12-Monatsvisite und 56% zur 18-Monatsvisite. Die Anzahl der durchschnittlich bestellten Atropin-Einzeldosen lag unter der rechnerisch benötigten Anzahl an benötigten Einzeldosen. Es gibt keine Korrelation zwischen der Anzahl bestellter Einzeldosen und Achslängenwachstum.
Schlussfolgerung: Bei durch Umweltfaktoren induzierter Myopie („Schulmyopie“) kann Atropin die Achslängenzunahme hemmen. Bei Kindern, die bereits in jungen Jahren stark myop sind und bei denen daher nicht von einer durch Umweltfaktoren entstandenen Myopie ausgegangen werden kann, bleibt die hemmende Wirkung der Atropintropfen auf die Myopieentwicklung fraglich.
Bzgl. der Differenz zwischen bestellter und benötigter Anzahl der Atropin-Einmaldosen, liegt neben dem Nicht-Einhalten des empfohlenen Therapieschemas auch die Vermutung nahe, dass die Dosierbehälter über mehrere Tage verwendet werden, da sie deutlich mehr als nur einen Tropfen fassen. Weitere Gründe für die Differenz zwischen bestellter und benötigter Anzahl der Atropin-Einmaldosen sollen in Zukunft mittels Fragebögen eruiert werden.
In der Real-Life Atropintherapie bei Kindern aus westeuropäischem Umfeld ist das bisher klinischen Studien gefundene Dosis- und Therapieschema möglicherweise nicht ohne Weiteres wirksam. Neben der sorgfältigen Auswahl geeigneter Kinder müssen Mittel und Wege gefunden werden, die Adhärenz dieser jungen Patienten zu verbessern, um die Atropintherapie für die Praxis anwendbar zu machen.

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